Konzept

Zu Beginn gab es mehrere Grundstücke ohne Unterstand, Gerätehütte oder ähnlichem. Für einen Bauwagen ist das Gelände zu steil.

Das Baurecht Baden-Württemberg erlaubt Gebäude bis 20 m3 Brutto Rauminhalt verfahrensfrei im Aussenbereich zu errichten. Das Landschaftsschutzgebiet beginnt erst weiter oben. Da 20 m3 für Ziegen und Vorräte zu wenig sind, wurden flugs zwei Schuppen mit identischer Grundkonstruktion auf benachbarten Grundstücken geplant.

Die Anforderungen waren Stehhöhe in der Mitte und ein unterteilbarer Offenstall mit "Hochbett" und vorgebauter Sonnenterasse. Ein befreundeter Architekt riet zu konstruktivem Holzschutz: Abstand vom Boden und ausreichend Dachüberstand. Am Ende habe ich die Verkleidung dann doch mit Leinöl gestrichen. Bis heute haben sich die Ziegen daran noch nicht vergriffen.

Pro Ziege sind mindestens 1,5 m2 Offenstall einzuplanen. Bei 10 m2 hat damit auch der Nachwuchs ausreichend Platz. Der Engpass ist die Lagerkapazität von losem Heu. Zwischen Anfang November und  Ende Januar haben unsere vier Ziegen bereits 20 m3 gefressen. Dazu kommt alle 2 Wochen ein Strohballen, die im Anhänger lagern.

Fundamente

Die Hangneigung in der Diagonalen der Gebäude beträgt stolze 1,4m. Das heißt größere Erdbewegungen oder Säulen, um die Höhe auszugleichen. Vier runde Säulen an den Ecken mit 20cm Durchmesser und je eine in der Mitte der langen Seite, um die Spannweite der Balken zu halbieren.

Der Maurer im Ort hat die Schalung, die Armierung und den Fertigbeton geliefert. Der Rest war Handarbeit.

Holzbau

Holzbau geht mir im Vergleich zu Mauern oder Metallbearbeitung besser von der Hand.  Klar, daß die Hütten deshalb aus Holz sind.

Die Berechung der Balkenstärken geht von der Faustformel aus: Spannweite /20 = Balkenhöhe
Die Stützen haben das Mass 8x8.

(hier muss noch mehr text rein)

Dach

Die Pultdächer (je 20m2)  bestehen aus Sandwichpaneelen mit einem umlaufenden Blechrand. Diese Konstruktion hat viele Vorzüge:

  • 40mm Isolierung verhindern das Bilden von Schwitzwasser im Winter.
  • einfache Montage
  • Kostengünstig mit 4,99 pro m2 (netto)
  • Selbsttragend ohne Sparren oder Dachlatten an denen man sich bei einem niederen Dach den Kopf anschlägt. Wichtig ist allerdings Blech auf der Unterseite. Eine Folie hält den Hörnern der Ziegen nicht stand.
Beim Stadl tropft das Wasser an der Hinterkante einfach auf den Boden ohne das Holz zu bespritzen. Beim Offenstall leitet eine angeklebte Kastenrinne das Wasser ab.

Ausstattung

Die Verschalung ist einer der Unterschiede der beiden Hütten. Der Offenstall ist mit Nut und Feder Brettern verschalt - der Heustadl mit Schalbrettern. Die Schalbretter haben einen Lüftungsabstand von 5 mm. Das läßt die Luft durch und den Schlagregen drausen.

Im Offenstall ist an der niederen Hinterwand ein 60 breites Podest angebracht. Der Stall ist mit zwei Türen versehen. Damit kann er mit einem Gitter einfach in zwei Abteile unterschiedlicher Größe aufgeteilt werden. Beide Abteile haben kleine Futterraufen und Tränkeimer.

Um dem Mistbett im Winter besser zu widerstehen, hat der Offenstall Dielen aus Douglasie, sowie eine ca 30cm hohe Innenverkleidung aus Douglasienbrettern. Eine Auflage aus Dachpappe und Abstandhaltern hält die Balken unter den Dielenbrettern trocken. Im Sommer kommt keine Einstreu in den Offenstall, da die Ziegen auch bei einer Einstreu auf dem Hochbett liegen. Das Hochbett und im Sommer die Dielen werden täglich ausgefegt.

Der Heustadl hat eine breite Tür zum Heu ein- und ausladen, sowie eine eingebaute Heuraufe.

Heuhütte

Schnell war klar, dass die Kapazität im Stadl nie reichen wird. Zusätzlich musste eine Heuhütte her.

Gegenüber dem Stadl weisst die Heuhütte einige Änderungen auf:

  • Größere Höhe auf kleinerer Grundfläche, damit das Heu durch das Eigengewicht besser verdichtet wird.
  • Nur 4 Punktfundamente, da die lange Seite kürzer ausfällt.
  • Diagonale Streben aus Holz, um die Dachlasten auf die vier Ecken abzuleiten.
  • Ein Satteldach aus Asbest freiem Eternit mit 45% Dachneigung. Beim Eternit entfallen Transportkosten und Ortgänge etc. Mit 45%  Dachneigung läuft eventuell entstehendes Kondensat einfach ab.
Das hohe Satteldach mit dem offenen Giebel erlaubt die Hütte bei geschlossener Tür bis unter den First aufzufüllen. Durch einen relativ geringen Dachüberstand wurden allerdings Dachrinnen notwendig.

Neben der Heuhütte steht eine überdachte Raufe.